Muay Thai Boxing

Ausrüstung beim Thaiboxen

Muay Thai Animation
Muay Thai Animation

Ausrüstung beim Thaiboxen für Amateur- und Profikämpfer

Sowohl für Profis als auch für Amateure legen die Regeln des Thai Boxings genau fest, welche Schutzausrüstung im Wettkampf getragen werden darf. Obligatorisch für beide Leistungsklassen sind natürlich die Boxhandschuhe – obwohl die ersten Muay Thai Kämpfe tatsächlich noch ohne sie ausgetragen wurden. Die gepolsterten Handschuhe schützen zum einen die Hände des Trägers vor Verletzungen und stabilisieren durch die steife Armmanschette das Handgelenk. Zum anderen vermindern sie das Risiko von Hirnschäden beim Gegner, die durch ständige harte Kopftreffer und in Folge eines Schädel-Hirn-Traumas eintreten können. Auch oberflächlichen Gesichtsverletzungen sowie Augenverletzungen und Netzhautablösungen soll durch die Boxhandschuhe vorgebeugt werden.

Bei der Wahl der Boxhandschuhe unterscheidet man zwischen Wettkampfhandschuhen, Schlaghandschuhen für Sandsack- und Pratzentraining sowie Trainingshandschuhen, die beim Sparring zum Einsatz kommen. Die Boxhandschuhe werden nach Gewicht unterschieden, das in Unzen (1 oz = 28,35 g) gemessen wird. Bei Wettkampfhandschuhen sind acht und zehn Unzen exakt vorgeschrieben. Zudem müssen sie mit Schnürungen versehen sein. Der Daumen ist in der Regel angenäht, sodass er nicht brechen oder verstaucht werden kann. Trainingshandschuhe wiegen mehr als Wettkampfhandschuhe, da der Trainingspartner beim Sparring oder Techniktraining nicht verletzt werden soll. Sie werden ebenfalls geschnürt oder auch mit Klettband verschlossen.

Unter den Handschuhen werden Handbandagen getragen, die sowohl bei den Profis als auch bei den Amateuren im Thai Boxing ebenfalls verpflichtend sind. Sie sollen die Gelenke und Knochen des Trägers vor Brüchen, Verstauchungen und Langzeitschäden durch die ständige Belastung beim Thai Boxing schützen. Bandagen werden aus Mull, Flanell, Kambrik oder Trikotschlauch hergestellt und dürfen höchstens 2,5 Meter lang sowie fünf Zentimeter breit sein. Oftmals werden beim Muay Thai auch die Fußgelenke bandagiert.

Auch der Mundschutz ist obligatorisch beim Profi- und Amateur Thaiboxen. Er schützt den Sportler vor Verletzungen der Lippen, des Zahnfleisches, des Kieferknochens und der Zähne. Besteht der Mundschutz aus thermoplastischem Material, kann er nach Erhitzen durch kochendes Wasser selbst am Gebiss modelliert werden. Etwas teurer ist die maßgeschneiderte Variante. Hier nimmt der Zahnarzt einen Gebissabdruck und lässt von einem Zahntechniker einen perfekt passenden Mundschutz herstellen. Das individuell angefertigte Modell ist deutlich kostspieliger und wird meist nur von Wettkämpfern genutzt.

Besonders wichtig für männliche Thaiboxer ist der Tiefschutz, der auch als Suspensorium bezeichnet wird. Dabei kann es sich entweder um eine Schale oder um ein Korsett aus dickem Gewebe handeln. Der Tiefschutz soll Penis und Hoden des Trägers vor Verletzungen durch Schläge oder Tritte schützen. Traditionell werden beim Thaiboxen klassische Muay Thai Shorts getragen. Dabei handelt es sich um kurze Hosen aus Satin, die an der Hüfte mit Gummibund fixiert werden. Die Beine sind oftmals aufgeschlitzt, sodass dem Träger eine maximale Bewegungsfreiheit beim Thai Boxing ermöglicht wird.