Muay Thai Boxing

Kampfzeiten / No pain, no gain

Muay Thai Animation
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Kampfzeiten beim Thai Boxing – so lange dauert der Spaß

Die Kampfzeiten sind bei Muay Thai Wettkämpfen ebenfalls einheitlich reguliert. In den Klassen D, C und B dauert der Kampf dreimal zwei Minuten. Handelt es sich in der B-Klasse um einen Titelkampf, wird die Zahl der Runden auf fünf erhöht. Ein A-Klasse-Kampf im Thai Boxing geht über dreimal drei Minuten – bei Titelkämpfen werden ebenfalls fünf Runden ausgetragen.

No pain, no gain: Trainingsalltag beim Thai Boxing

Je nachdem, ob Muay Thai als Hobby, ambitioniert oder sogar als Wettkampfsport betrieben wird, gestaltet sich das Training eines jeden Thaiboxers individuell. Grundsätzlich basieren die Trainingspläne aller Sportler jedoch auf denselben Säulen. So ist es neben dem klassischen Sparring und Techniktraining besonders wichtig, Kondition und Muskeln aufzubauen sowie das Gleichgewicht, die Koordination und die Körperbeherrschung zu schulen.

Als Sparring werden die alltäglichen Trainingskämpfe bezeichnet. Grundsätzlich ähneln sie gewöhnlichen Thaiboxkämpfen. Die Regeln werden jedoch abgeändert, um eine Verletzung des Sparringspartners nach Möglichkeit zu verhindern. Ziel beider Kämpfer ist es also, die eigenen Fähigkeiten und die des Kontrahenten zu verbessern, ohne sich gegenseitig Schaden zuzufügen. Für den Trainingskampf gibt es spezielle Sparringshandschuhe, die besser gepolstert sind als Wettkampfhandschuhe. Das Sparring wird durch spezielles Techniktraining ergänzt, bei dem einzelne Schläge oder Kombinationen immer wiederholt werden, bis der Thaiboxer sie perfekt ausführen kann.

Insbesondere bei Wettkämpfern gehört oftmals auch die Abhärtung von Schienbeinen und Ellbogen zum Trainingsplan. Dafür kicken oder schlagen die Sportler immer wieder gegen harte Gegenstände oder lassen sich von einem Trainingspartner mehrmals hintereinander auf die entsprechenden Stellen treten beziehungsweise boxen. Ziel dieser Übung ist es, der Knochenhaut kontrolliert Mikroverletzungen zuzufügen, was zu einer verstärkten Einlagerung von Kalziumphosphat und Kalziumkarbonat führt. Hier ist jedoch äußerste Vorsicht geboten, da rabiate Methoden zu Nervenverletzungen oder Langzeitschäden an den Knochen führen können.

Beim Thai Boxing ist es besonders wichtig, die nötige Grundkondition aufzubauen, um auch längere Trainingseinheiten und gegebenenfalls Wettkämpfe durchhalten zu können. Auch die besten Techniken helfen dem Thaiboxer nicht mehr viel, wenn er konditionell zu schwach ist, um diese noch stark genug auszuführen. Mit dem Konditionsverlust büßt der Sportler zudem an Beweglichkeit, Koordination und Gleichgewicht ein. Das Konditionstraining eines Thaiboxers besteht meist aus Schattenboxen, schnellen Trainingseinheiten am Sandsack, Seilspringen, Sprints und klassischem Cardiotraining. Selbstverständlich wird die Ausdauer auch durch das reguläre Thai Boxing kontinuierlich verbessert.

Um die nötige Kraft für Schläge, Tritte und nicht zuletzt die eigene Deckung aufzubauen, ist auch regelmäßiges Krafttraining beim Thai Boxing unerlässlich. Anders als beim klassischen Muskelaufbautraining gilt es beim Muay Thai allerdings nicht, einzelne Muskeln gezielt aufzupumpen. Vielmehr soll der Körper als Ganzes stärker und widerstandsfähiger gemacht werden. Dies ist beispielsweise durch Sandsacktraining oder ein Ganzkörper-Trainingsprogramm – bestehend aus Rudern, Klimmzügen, Bauchtraining, Liegestützen und vielen weiteren Übungen – möglich. Eine gängige Praxis ist auch das Zirkeltraining. Hier absolvieren alle Teilnehmer einen Trainingsparkour, der aus den verschiedensten Kraftübungen besteht. Jede Übung wird über einen bestimmten Zeitraum hinweg ausgeführt. Anschließend wechseln die Sportler die Station.

Beim Thai Boxing wird der ganze Körper gefordert. An diesen Anspruch muss auch das Training angepasst werden. Jede Trainingseinheit sollte jedoch an das tatsächliche Muay Thai angelehnt werden. So ist es beispielsweise besonders sinnvoll, eine Übung für zwei bis drei Minuten mit hoher Intensität auszuführen, da auf diese Weise eine Kampfrunde simuliert wird. Aus demselben Grund eignet sich auch Intervalltraining deutlich besser als kontinuierliche Ausdauereinheiten. Auch beim Schattenboxen und beim Krafttraining wird in der Regel immer so lange am Stück trainiert, wie eine übliche Kampfrunde beim Thai Boxing dauert.