Muay Thai Boxing

Made in Thailand – die ersten Kämpfe

Muay Thai Animation
Muay Thai Animation

Made in Thailand – die ersten Kämpfe im Land des Lächelns

Nach und nach wurden auch innerhalb der thailändischen Bevölkerung Kämpfe im Thaiboxen ausgetragen. Anfangs waren hier alle Hand-, Arm- und Fußtechniken erlaubt – Beschränkungen gab es kaum. Zu Ehren des Lehrers wurde vor dem Kampf der rituelle Tanz Wai Khru Ram Muay (Thai: ไหว้ครูรำมวย) aufgeführt. Geboxt wurde zudem zu klassischer thailändischer Musik.

Der erste offizielle Kampf fand im Jahr 1929 statt. Die Boxer trugen dafür Bandagen aus Hanf oder Baumwolle. Für den Tiefschutz behalf man sich mit Kokosnussschalen. Letztere dienten auch zur Zeitmessung. Dafür wurde ein Loch in die Mitte einer Schale gebohrt, die anschließend in ein Gefäß mit Wasser gelegt wurde. Die Runde war offiziell zu Ende, wenn die Schale komplett untergegangen war. Der Kampf dauerte insgesamt 13 Runden – es wurden also 13 Schalen versenkt. 1929 wurden die Teilnehmer erstmals mit Boxhandschuhen ausgestattet. Zudem führte man offizielle Rundenzeiten ein. Je nach Gewichtsklasse dauerten die Kämpfe zweimal zwei bis maximal fünfmal drei Minuten.

Der wohl berühmteste historische Thaiboxer ist bis heute Nhai-Khon-Don. Der Legende nach wurde er in Kriegszeiten von Burmesen gefangen genommen und kämpfte unbewaffnet gegen zwölf burmesische Schwertkämpfer. Es gelang ihm, sie zu besiegen, sodass er letztendlich fliehen konnte. Viele Thaiboxkämpfe in Thailand finden heutzutage noch immer zu seinen Ehren statt. Auch König Pra-Chao Sua, der im 18. Jahrhundert regierte, soll ein Meister des Muay Thai gewesen sein. Gemäß den Erzählungen der Thailänder schlich er sich immer wieder maskiert aus dem Palast, um an Thaiboxkämpfen teilzunehmen – die er selbstverständlich auch immer gewann.